Pestwurz

Ländliche Erwachsenenbildung Prignitz-Havelland e. V., Friesack

 

Die Pestwurz (Petasites hybridus) wächst im Auenbereich von Flüssen und Bächen, verbreitet sich über Wurzelausläufer und zum Teil auch über Samen, liebt feuchte, humose nährstoffreiche Standorte. Im zeitigen Frühjahr trägt sie doldenartige Blüten mit violettrot bis weißen Blüten. Die Pflanze kann 1,5 bis 2 m hoch werden. Ihre großen Blätter (bis 90 cm Durchmesser) ähneln denen des Rhabarbers. Dieser Korbblütler kommt in ganz Mitteleuropa vor, ursprünglich in den Mittelgebirgen. Als vor Jahrhunderten die Pest grassierte, wurde erkannt, dass insbesondere die Blätter beim Auflegen auf Pestbeulen die Schmerzen linderten. Auch die Wurzeln dieser Pflanze fanden Ihre Anwendung gegen die Pest. Daraufhin begann die Hauptverbreitung der Pestwurz in Mitteleuropa, da in den Pflanzengärten von Klöstern und Gütern dieses heilsame Gewächs angebaut wurde. Nachdem die Pest überwunden war, fand die Pflanze lange Zeit wenig Beachtung. Vor ca. 30 Jahren gruben Forscher diese aus der Vergessenheit wieder aus und entdeckten die allgemein entkrampfende (spasmolytische) Wirkung. Genauere Forschungen ergaben auch ihre Wirksamkeit gegenüber Migräne.

 

Die Wurzeln und Blätter der alten Heilpflanze sind heute als Rohstoff für die pharmazeutische Industrie wieder sehr begehrt.

Sie werden zur unterstützenden Behandlung akuter krampfartiger Schmerzen im Nacken und Rückenbereich, bei Steinleiden, in der Migränetherapie, bei Asthma und Heuschnupfen angewendet.

Pflanzbestand Pestwurz
Pestwurzblüten im März

Förderverein “Alte Nutzpflanzen” e.V.
www.verein-fan.de

Insert_logo