Botanik:

  • Rötegewächs  ausdauernd
  • Pflanzenhöhe   ca. 100 cm
  • Stängel   vierkantig, verästelt und rauhhaarig, Haupttrieb bis 200 cm am Boden kriechend, Nebentriebe aufrecht
  • Blätter   lanzettlich, vier bzw. sechs am Quirl angeordnet, (ähnlich Klettenlabkraut!)
  • Blüten   grünlich – gelb in Trugdolden
  • Blütezeit   Juni – August/September
  • Samen   rundlich, kahl, bei Reife dunkelbraun
  • TKM   16 – 25 g
  • Wurzeln   gegliederter Wurzelstock mit rotbrauner Rinde und gelb/orange Rhizominneren, lange, gegliederte und   verhältnismäßig dünne Wurzeln (Tiefwurzler, bis > 1 Meter nachgewiesen!)

Standortansprüche

  • Boden  tiefgründige, sandige Lehme oder lehmige Sande gut geeignet (keine Staunässe)
                kluten- und steinfreie Standorte erleichtern Aufbereitung,
  • Fruchtfolge  Hackfrüchte als Vorfrucht besonders geeignet, Anbaudauer von 2  bis  3 Jahre beachten!

Krapp (Rubia tinktorum L. ) -
(Dr. Lothar Adam)

Aussaat/Pflanzung:

  • · Saatbett  Saatbettbereitung feuchtigkeitsbewahrend
  • · Drillsaat  Einzelkorndrillmaschine zweckmäßig, trotzdem lückige Bestände
  • · Saatzeit  April (hoher Feuchtigkeitsbedarf zur Keimung, Spätfrostgefährdung), Beachtung: nur Frühjahr!
  • · Beizung  Fungizide zu empfehlen; Zulassungsstand: Lückenindikation- beim Pflanzenschutzdienst erfragen!
  • · Saatstärke  15-20 keimfähige Samen/m², 8-10 kg/ha meist erforderlich, da die Keimfähigkeit durchschnittlich nur bei ca. 50 – 60 %
  • · Saattiefe  3 – 5 cm
  • · Keimdauer  2 – 5 Wochen (ungleichmäßig)
  • · Pflanzung  erzielt gleichmäßigere Bestände bei vorgezogenen Pflanzen mit gut ausgebildeten Wurzelballen,
  • kann vom Frühjahr bis Mitte August erfolgen,
  • Pflanzenbedarf  45.000-60.000 Stück/ha, Fehlstellen - Nachpflanzungen nur im ersten Anpflanzjahr effektiv!
  • Reihenabstand 30 – 40 cm möglich, bei Dammkultur in Abhängigkeit von der Rodetechnik;
  • · Anbauform  Beet - bzw. Ebenkultur für mechanische Pflege bzw. bei der Samengewinnung günstiger

Düngung:

  • Nährstoffentzüge bei einem Trockenmasserohertrag an Wurzeln von 40 dt/ha (3-jähr. Anbau), ( das Kraut verbleibt auf dem Feld):
  • Stickstoff   80 kg N/ha    im Frühjahr jeden Anbaujahres unter
      •        Anrechnung des N-min Gehaltes des Bodens
  • Phosphor      25 kg P/ha (57 kg P2O5), einmalig
  • Kalium   240 kg K/ha (289 kg K2O), geteilt
  • Eine gute Kalk- und Magnesiumversorgung ist zu gewährleisten.
  • Unkrautbekämpfung:
  • mechanisch Maschinenhacke oder Fingerhacke bis Mitte Reihenschluss
  • chemisch keine zugelassenen Herbizide, Lückenindikation - beim PS -Dienst erfragen bzw. beantragen!
    • nach eigenen Erfahrungen wurden folgende Herbizide u. a. toleriert:
  • Stomp SC (Pendimethalin) 3,0 l/ha  Vor- u. Nachauflauf
  • Gropper (Metsulfuron-methyl)  20,0 g/ha Nachauflauf
  • Focus Ultra (Cycloxydim) 2,0 l/ha Nachauflauf u.a. Graminizide
  • Weitere Angaben zu Präparaten beim Pflanzenschutzdienst erfragen!

Ernte:

  • · Erntetermin  nach 2-3 Jahren Spätherbst oder zeitiges Frühjahr
  • · Ernteverfahren Kraut häckseln; Wurzelernte mit Siebkettenroder o.ä. Technik
          •                   Saat           Pflanzung
  • · Ertrag                                      2-jähr. 3-jähr. 2-jähr. 3-jähr.
    • Frischmasse    dt/ha         100      132     140       176
      Trockenrohware dt/ha        25        33       35         44

 

KrappWurzel gewaschen
KrappBestand

Förderverein “Alte Nutzpflanzen” e.V.
www.verein-fan.de

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