Mariendistel (Sylibum marianum ) -
Eine Südländerin erobert Deutschland
( Ingo Sander)

Anbaufakten:

  • Vielfältige Nutzung der Pflanze möglich (Kraut und Samen )
  • Bereicherung unserer Kulturlandschaft (Insektenweide) und wertvoller Rohstofflieferant
  • Auflockerung der Fruchtfolge
  • einjährig / frostempfindlich
  • für mittlere Standorte geeignet
  • mittleres Anbaurisiko / Hohe Wertschöpfung

Mariendistel werden in Deutschland auf ca. ? ha angebaut. Der Anbau gewinnt aber immer mehr an Bedeutung und ist auf Grund der immer wärmer werdenden Sommer auch bei uns gut praktizierbar. So stieg allein in Mecklenburg im Jahr 2018 die Anbaufläche um ca. 15 ha.

Anbau:

Wichtig ist ein guter Boden, der nicht zu leicht ist und ausreichend feucht ist. Die Saat nach der Winterfurche hat sich bewährt, kann aber auch nach Sommerfurche erfolgen.
Die Aussaat kann mit herkömmlicher Drilltechnik erfolgen. Je nach Saatgut werden 22 - 25 kg / ha benötigt. Als vorteilhaft hat sich ein Reihenabstand von ca. 35 cm erwiesen, Dann können die Bestände gehackt werden, was den Pflanzen sehr gut bekommt.
Ein Striegeln im Vorauflauf ist auch möglich. Sobald aber die ersten Keimblätter aus dem Boden stoßen, vertragen sie das Striegeln nicht mehr. Auch im Rosettenstadium würde man zu viele Blätter verletzen und die Pflanzen damit sehr schwächen.
Zwei Hackdurchgänge sollten eingeplant werden. Die Bestände schließen dann sehr schnell und unterdrücken Unkräuter gut.
Erntereif wird der Bestand, wenn die ersten Achänen sich lösen. Hier muss solange gewartet werden, bis auch die letzten Früchte reif sind, um nicht zu viele unreife im Erntegut zu haben.
Die Ernte kann mit einem normalen Mähdrescher erfolgen. Das Schneidwerk sollte so hoch eingestellt werden, dass die Köpfe gerade so ins Schneidwerk fallen. Da die Pflanzen von oben nach unten abreifen, ist der untere Teil noch sehr grün und bring unnötige Feuchtigkeit ins Erntegut. Mit niedriger Trommeldrehzahl (ca. 800 U/Min) und Korb ca. 13 mm. Einstellungen für Mohn können übernommen werden.
Die Saat muss umgehend gereinigt und auf 7 - 8 % getrocknet werden.

Verwendung:

Es gibt verschiedene Verwendungs- möglichkeiten (s.o.) Als wertvollster Rohstoff dienen die Samen zum einen zur Ölgewinnung und als Rohstofflieferant auf Grund ihres Gehaltes an Silymarien.. Sie sollten einen Ölgehalt von ca. 25% und einen Silimariengehalt von 5 % nicht unterschreiten, um für die weitere Verarbeitung, in Ölmühlen und für die Verwertung in der Pharmazie nutzbar zu sein.

Anbau einjährig:

  • Aussaat Mitte April bis Anfang Mai
  • bis 1,5 cm Ablagetiefe (gute Bodenfeuchtigkeit wichtig)
  • 22-25 kg Saatgut / ha
  • Reihenabstand 30 bis 45 cm (je nach Hacktechnik)
    auch Engsaat ist möglich
  • Anwalzen nach der Saat hat sich bewährt, wenn nicht mit Druckrollen gesät wird
  • Striegeln bis zum Auflauf; danach 1 - 2 Hackdurchgänge
  • Blüte Juni - Juli
  • Ernte nach 90 - 95 % Abreife (Juli / Aug)
  • Standdrusch sofortige Reinigung und Nachtrocknung des Erntegutes
  • Ertrag: ca. 6 - 10 dt / ha (je nach Boden)
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Förderverein “Alte Nutzpflanzen” e.V.
www.verein-fan.de

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