nk0001pastell02_400_150
a_nkfeld_03_400
bluetefeld_500_400
a_nkfeld_01_250

Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis L.) -
Eine Wildpflanze bereichert unsere Kulturlandschaft 
(Ingo Sander)

Anbaufakten:

  • Gesamte Nutzung der Pflanze möglich
    Wurzel, Blätter, Blüte und Samen
  • absolute Bereicherung unserer Kulturlandschaft (Insektenweide)
  • Auflockerung der Fruchtfolge
  • ein- oder überjährig
  • für sehr leichte Standorte geeignet
  • Hohes Anbaurisiko / Hohe Wertschöpfung

Der Nachtkerzenanbau ist in Deutschland eine absolute Nische. Hauptproduzenten sind u.a. Kanada und China.
In Deutschland werden z.Z. nur in Mecklenburg nennenswerte Flächen kultiviert. Die Nachtkerze ist aber eine sehr wertvolle Bereicherung unserer Kulturlandschaft.

Anbau:

Hier kann zwischen ein- und überjährigem Anbau entschieden werden. Der überjährige Anbau ist meist erfolg- und ertragreicher, da die Nachtkerze wegen ihrer sehr langsamen Jugendentwicklung sehr konkurrenzschwach gegenüber Sommerunkräutern, wie z.B. Gänsefuß ist. Zum anderen kann sie dann kräftigere Pflanzen bilden und kommt etwas früher zur Abreife.
Beim einjährigen Anbau hingegen kann sich die Abreife bis in den November hinein strecken. Die Pflanzen bleiben zwar sehr stabil, doch man bekommt dann ein sehr feuchtes Erntegut.
Als Standort sind magere Böden mit niedrigem Stickstoffgehalt vorzuziehen.
Die langsame Jugendentwicklung stellt eine besondere Herausforderung in der Kulturpflege dar. Hat sich der Bestand aber erst einmal etabliert, kann man beruhigt der Ernte entgegen sehen.
Die Ernte kann mit einem normalen Mähdrescher erfolgen. Das Schneidwerk sollte so hoch eingestellt werden, dass die Pflanzen kurz unter dem Kapselhorizont geschnitten werden. Mit niedriger Trommeldrehzahl (ca. 800 U/Min) und Korb ca. 7 mm. Einstellungen für Mohn können übernommen werden.
Die Saat muss umgehend gereinigt und auf 7 - 8 % getrocknet werden.

Anbau einjährig:

  • Aussaat Ende März / Anfang April
  • bis max 0,5 cm Tiefe (Lichtkeimer!)
  • 3 - 4 kg Saatgut / ha
  • Reihenabstand bis max. 30 cm (je nach Hacktechnik)
  • Abflammen bis zum Auflauf
  • Blüte Juni - Sept. / Okt.
  • Ernte nach 90% Abreife (Meist Okt. / Nov. bzw. nach ersten Frösten)
  • Standdrusch sofortige Reinigung und Nachtrocknung des Erntegutes
  • Ertrag: ca. 2 dt / ha

Anbau überjährig:

  • Aussaat Ende Juli / Anfang August (wichtig dabei ist ausreichend Bodenfeuchte, um ein schnelles auflaufen zu ermöglichen!)
  • Ablage bis max 0,5 cm Tiefe (Lichtkeimer)
  • 3-4 kg Saatgut / ha
  • Reihenabstand bis max 30 cm (je nach Hacktechnik)
  • Abflammen bis zum Auflauf
  • Blüte Juni bis Sept.
  • Ernte bei 90% Abreife Ende September bis Oktober
  • Ertrag: bis ca. 3-5 dt / ha
NKbl1

Verwendung:

Es gibt verschiedene Verwendungs- möglichkeiten (s.o.) Als wertvollster Rohstoff dienen die Samen zur Ölgewinnung. Sie sollten einen Ölgehalt von ca. 25% und einen Gammalinolensäuregehalt von 10% nicht unterschreiten, um für die weitere Verarbeitung, vor allem in Ölmühlen interessant zu sein.

Ölgehalt

ca. 22-25 %

Palmitinsäure

ca. 6 - 8 %

Stearinsäure

1 - 2 %

Ölsäure

ca. 7 - 12 %

Linolsäure

ca. 60 - 75 %

Gamma Linolensäure

7 - 12 %

Förderverein “Alte Nutzpflanzen” e.V.
www.verein-fan.de

Insert_logo